A Travellerspoint blog

Tag 14 & 15: Sandestin, Florida > Atlanta, Georgia

In 30 Tagen von Arizona nach New York

sunny 32 °C
View US Trip Sommer 2007 on Orionman's travel map.

Genug Beach. Genug Sonne. Genug Florida living. Wir wollen Stadt. Also einen Tag eher als ursprünglich geplant auf nach Atlanta, wo nebst dem High Museum of Art das National Black Arts Festival auf uns wartet. Wir sind im Renaissance direkt an der Peachstreet im Herzen der Stadt untergebracht, 17. Stock mit Blick auf die Skyline von Atlanta.

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Ein schon fast typische Bild, wenn man in eine grosse Stadt hineinkommt.
12 Spuren sind das Minimum!

Sophie ist völlig von der nächtlichen Stadt fasziniert. Durch das Festival ist die Elite der Black Arts Bewegung in der Stadt, es ist heiß, die Boys sind cool und die Girls beautiful, heissgemachte Strassenkreuzer cruisen langsam die Peachstreet rauf und runter.

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Kein Staubkorn und Felgen so gross wie Flugzeugreifen

Überdimensionale Chromfelgen sind ein Muß, und jedes Staubkorn auf dem frischpolierten, tief glänzenden Lack löst eine Krise beim stolzen Besitzer aus. Aussteigen, sich wie ein junger Kater strecken, langsam die Tür schließen und dann noch dreimal zurückschauen. Moment, da war doch was?! Zurück zum Heck des Wagens, eine prüfender Blick, Gott sei Dank, nur ein Fingerabdruck. Leicht mit einem frischen Taschentuch (Weiß!!) wegwischen, ganz leicht, nur keine Kratzer in den Lack machen, dann ganz nebenbei die bewundernden Blicke der vielen hübschen Girls einsammeln und federnd, leichten Schrittes ins Restaurant schlendern. Einparken kann so schön sein.

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Die Hitze lasst die Skyline Atlanta's besonders hell leuchten

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25 Stockwerke Marmor und eine wunderbar klare Architektur erzeugen
Nachts eine faszinierende Skulptur aus Licht und Schatten

Abends fasziniert uns die Skyline in der flimmernden Hitze Atlantas. Es ist mittlerweile gegen 1 Uhr, der Verkehr auf dem Highway hat eher noch zugenommen. 17 Stockwerke tiefer drehen aufgestylte Strassenkreuzer, Hummer Stretchlimos mit 8 Fenstern und brüllend laute Hotrods ihre Runden vor dem gigantischen, neonglitzernden VARSITY Diner. Dazwischen rasen Motorradgangs mit japanischen Kampfmaschinen der neusten Baureihe durch die Nacht, alle martialisch angezogen, mit schwarz verspiegelten Visieren vor grellbunten Helmen. Die Luft vibriert.

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Der Treffpunkt der Nacht: Varsity Diner Atlanta

Am nächsten Tag geht’s ins High Museum of Atlanta. Wir sind von der Qualität der Sammlung positiv überrascht, die meisten Künstler sind aus den USA, allerdings auch einige Europäer, u.a. ein ganzer Raum mit Werken von Gerhard Richter. Das Museum widmet der Fotografin Annie Leibovitz eine große Werkausstellung mit sicherlich über 200 Werken. Ich mag ihre Studioarbeiten mit der Grossformatkamera oder der 6x6, sie strahlen Ruhe und Professionalität aus. Ihre riesigen Landschaftsbilder sind im Vergleich mit dem großen amerikanischen Meister Anselm Adams einfach grottenschlecht, so etwas sollte sie nicht zeigen! Wir diskutieren ausführlich mit einer anderen Besucherin vor dem Porträt der Mitglieder des Bush-Kabinetts die amerikanische Politik. Die Frau ist schlicht verzweifelt über das, was im Land passiert und weint fast. Ein Ehepaar geht vorbei, er in abfälligen Ton zu ihr: „There they are!“ Eine Regierung, die von ihren Bürgern so abschätzig angesehen wird, hat keinen guten Stand. Wir haben bis jetzt auf fast 2000 Meilen keinen getroffen, der gut und positiv über die derzeitige Regierung gesprochen hat. Nicht Einen!! Vom Villenbesitzer über den Unternehmer, der Rezeptionistin bis hin zum Taxifahrer sind alle verwirrt, verärgert, hilflos und tief frustriert angesichts der Vorgänge in Washington DC. Ob es sich ändern wird, wenn wir weiter reisen? Wo sind die Unterstützer dieser Regierung?

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Sophie im Atlanta High Museum of Art

Abends sind wir ins Fox Theater gegangen. Das Musical „Dreamgirls“ erzählt die Geschichte dreier schwarzer Sängerinnen und ihren Kampf um Freundschaft und Ruhm. Wunderbar! Gigantische Stimmen mit Gänsehautgarantie werden durch ein minimalistisches Bühnenbild perfekt präsentiert. Das Fox Theater, ein riesiger Prachtbau der 30er Jahre, hat fast 4'800 Plätze und ist sehr gut gebucht. 70% der Besucher sind schwarz, alle Altersgruppen von Kids bis 90 sind da. Das Publikum geht begeistert mit, viele kennen den Text, immer wieder Zwischenapplaus, am Ende Standing Ovations! Als wir aus dem Theater kommen, ziehen die polierten Limousinen und riesigen SUVs wieder ihre Runden. Es ist heiß, wir wollen müde und glücklich ins Bett und Atlanta geht tanzen.

Posted by Orionman 13:55 Archived in USA Tagged family_travel

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