A Travellerspoint blog

Tag 8: Austin, Texas > New Orleans, Louisiana

In 30 Tagen von Arizona nach New York

semi-overcast 28 °C
View US Trip Sommer 2007 on Orionman's travel map.

Nach Austin, Texas, sind wir nun auf dem Weg nach New Orleans.

Am 29. August 2005 überflutete Hurricane Katrina rund 80% der Stadt und verursachte einen Schaden von rund $81,2 Milliarden. Über 1'800 Menschen verloren ihr Leben, über 700 werden immer noch vermisst. Er ging damit als der schädlichste Hurricane in die Geschichte der USA ein. Eine Landfläche so groß wie Großbritannien wurde zum Katastrophengebiet erklärt. Mehr dazu hier auf Wikipedia.

Strassen-ohne-Grenzen.jpg
Immer wieder bewundere ich die Kunst der amerikanischen Strassenbauer.
Selbst in den Sümpfen von Louisiana fanden sie die richtige Lösung

Wir kommen nach endloser Fahrt über fantastische Stelzenhighways, die schnurgerade durch die endlosen Sümpfe Louisianas führen, in New Orleans an. Auf den ersten Blick sind keine Schäden mehr zu erkennen, erst bei näherem Hinsehen fällen Schäden an fast allen Fassaden auf.

Wir wohnen direkt im French Quarter, eine Strasse von der berühmten Bourbon Street weg. Nach dem Abendessen gehen Sophie und ich durch diese so berühmte Amüsiermeile. Wir sind doch etwas enttäuscht. Schön, ja, es gibt ein paar Läden, in denen brutal laute Lifemusik läuft. Auf der Strasse bemühen sich Schlepper um das nicht sehr interessierte Publikum. Einige sehr dubiose Stripshows zeigen deutlich ihr Angebot, machen aber einen eher heruntergekommenen Eindruck. Die Jugendlichen sind nicht zu sehr betrunken, Polizisten stehen entspannt zu dritt an jeder Strassenecke und haltend scherzend ein Schwätzchen. Ältere Ehepaare gehen staunend und händchenhaltend an den schreiend bunten Angeboten vorbei, sie lassen sich von den nicht sehr motivierten Schleppern kaum beeindrucken. So richtig begeistert ist keiner. Die Atmosphäre ist eher wie an einem Montagabend auf der Reeperbahn. Im Februar.

Drink-on-the-streets.jpg
Bourbon Street ist vielleicht einer der wenigen Orte in den USA,
wo man Alkohol auf einer öffentlichen Strasse trinken darf.

Wir ziehen uns bald zurück ins Hotel und beschliessen, früh schlafen zu gehen. Am nächsten Morgen verlassen wir die Stadt und werden über viele Kilometer mit der Hinterlassenschaft von Katrina konfrontiert. Kurz hinter dem Stadtzentrum sind über fast 10 Kilometer fast alle Häuser links und rechts der Strasse mehr oder weniger zerstört und verlassen. Bis auf ein paar Neubauten mit frischen Maklerschildern, meist leerstehend, einigen Tankstellen und einigen größeren Industriegebäuden ist der Anblick traurig. Es ist wirklich alles in Trümmern und gespenstisch leer – und das zwei Jahre nach Katrina. Mich erstaunt, dass ein so wohlhabendes und ökonomisch starkes Land wie die USA (das Haushaltsbudget 2005 betrug 2,8 Billionen Dollar) keinen Weg findet, einen vergleichsweise geringen Schaden von $81 Milliarden schneller zu beheben. Selbst zwei Jahre nach der Überflutung ist zwar die Infrastruktur wieder hergestellt, aber die halbe Stadt liegt noch in Trümmern. Zum Vergleich: Der Irak Krieg hat allein die USA nach bisherigen Schätzungen ca. $79 Milliarden gekostet. Schade.

Alte-Sch_n..vergeht.jpg
Selbst zwei Jahre nach Hurricane Katrina sind grosse Teile der Stadt
noch nicht wieder hergestellt, selbst im Zentrum sind die Fassaden
unten noch immer beschädigt

Wir sind jetzt auf unserem Weg nach Sandestin in Florida. Vor uns liegt nach fast 4 Tagen im Auto eine Woche Urlaub am Beach!

Posted by Orionman 18:19 Archived in USA Tagged family_travel

Email this entryFacebookStumbleUpon

Table of contents

Be the first to comment on this entry.

This blog requires you to be a logged in member of Travellerspoint to place comments.

Enter your Travellerspoint login details below

( What's this? )

If you aren't a member of Travellerspoint yet, you can join for free.

Join Travellerspoint