A Travellerspoint blog

Tag 7: Roswell, New Mexico > Austin, Texas

In 30 Tagen von Arizona nach New York

sunny 28 °C

Ereignislose langweilige Fahrt durch den immergleichen langweiligen Süden New Mexicos. In Texas ändert sich die Landschaft und vor allem die Art, wie die Menschen damit umgehen, deutlich. Fredericksburg ist voller deutscher Namen. Müller ist da und Roland, Schmidt und Meier. Gegründet wurde dieses nette, propere, sehr gepflegte, durch und durch deutsche Städtchen - mit gepflegten Vorgärten und ohne einen einzigen verrosteten Traktor vor dem Haus - von Baron Otfried Hans von Meusebach. Wenn der Name nicht so witzig wäre, müßte man ihn fast erfinden. Interessant ist, das die deutschen Siedler einen Vertrag mit den Indianern der Gegend abgeschlossen haben, der nach Aussage von Wikipedia der einzige Anglo-Indianische Vertrag ist, der bisher nicht gebrochen wurde. Deutsche Zuverlässigkeit - im positiven Sinne?!

texas_art_bull.jpg
Dixie Jewett ist eine bekannte amerikanische Künstlerin,
die lebensgrosse Skulpturen von Pferden und Stieren macht.
Das gute Stück kostet rund $60'000 und steht frei an der
Strasse zwischen Fredericksburg und Austin.

OK, Zeit für einen kleinen Exkurs über amerikanische Eßgewohnheiten. Ja, wir werden uns mit dem gaaanz gaaanz heissen bösen Thema „What can possibly make 50% of all US citizens over weight?“ beschäftigen.

Wir alle wissen, dass Softdrinks und Hamburger schlecht sind. Nix Neues. Aber der gute Michael Moore liegt hier etwas daneben mit seinem Kampf gegen McDonalds. Sehr sogar. Denn das Problem fängt immer am Anfang an. Beim Frühstück.

So kenne ich es: Zusammen frühstücken, mit frischem Brot oder einem kleinen knusprigen Croissant, etwas Marmelade. Dazu ein bisschen Obst und einen guten Kaffee oder Cappuccino. Vielleicht noch die Zeitung lesen. Und etwas frischer Orangensaft wäre nicht schlecht.

Jetzt versuche ich, das Gleiche im French Quarter in New Orleans bestellen. Es gibt doch so was wie eine französische Tradition, auf die man in New Orleans so stolz ist!

Pustekuchen.

Der Wasserkaffee ist ja noch OK, die Deutschen machen auch keinen Besseren. Aber das industrielle Fraß, das einem nicht nur in New Orleans zum Frühstück sondern landesweit als Nahrungsersatz vorgesetzt oder angeboten wird, ist eine Unverschämtheit. Hat die amerikanische Nahrungsmittelindustrie denn gar nichts drauf? Vielleicht mal mit den Kollegen aus der Luftfahrt reden. Die können richtig gute Flugzeuge bauen! Aber ihr bekommt nicht einmal ein Croissant oder einen ESSBAREN Muffin hin! Das Zeug ist pappig, gummiartig und extrem süss. Versucht mal, in einem Starbucks Blueberry Muffin die Blueberries zu schmecken. Nein nein, sie sind drin. Viele. Echte. Aber der Muffin schmeckt so sehr nach Backhilfsmitteln, dass die Blueberries keine Chance haben. Und die Kalorienmengen entsprechen dem Bedarf eines Industriearbeiters aus dem 19. Jahrhundert. Hallo???! Anybody home???! Schon mitbekommen, dass wir für extrem schwere Arbeiten Maschinen entwickelt haben?

junk-food.jpg
Diese Dinge gehören einfach nicht in ein Essen.Und der Zusatz
"Real Cheese" sagt alles. Verdammt, was denn sonst??! Plastikkäse?!

Und bitte niemals die Liste der Zusätze lesen. Es erregt Schwindel, Brechreiz und völlig Verwirrung. Und ohne Internetanschluss (Google kombiniert mit Wikipedia) weißt Du nicht, was drin ist und was das Zeug macht. Ich meine, was es in der Summe macht, wissen mittlerweile alle: Fett!

Liebe amerikanische FDA (Food and Drug Administration): Verbietet bitte der Lebensmittelindustrie chemische Mischungen als Nahrungsmittel zu verkaufen. Damit wäre das gesamte Problem gelöst. Auch nein, etwas habe ich noch vergessen. Esst und kocht bitte wieder zusammen. Wie wir es seit rund 10'000 Jahren getan haben. Kein Grund etwas daran zu ändern. Das Fernsehprogramm besteht eh nur aus Werbung für Junkfood, Autos und Versicherungen. Und könntet ihr bei der Gelegenheit auch wieder zur Tischkultur zurückkehren? So mit Tellern aus Porzellan, echtem Besteck, Gläsern und so. Vielleicht sogar das ganze Programm? Ist doch viel schöner und produziert fast keinen Müll. Und produziert auf jeden Fall sehr viel weniger CO2 als Plastikgeschirr, das nach einer Benutzung .... weggeworfen wird.

austin-skyscraper.jpg
Wie aus einem durchsichtigen Stück Glas wirkt dieses Hochhaus in der Skyline von Austin

Zurück zur unserer Reise. Bei unserer Ankunft in Austin, Texas, zum ersten Mal in den USA eine Skyline, wenn auch eine kleine. Sophie war ganz aufgeregt, wieder in einer größeren Stadt zu sein. Wir trafen uns abends mit Freunden zum Essen, es war sehr angenehm. Das Essen war übrigens gut. Und sehr, sehr teuer. Money buys the good life, for sure.

Posted by Orionman 18:33 Archived in USA Tagged family_travel

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