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Tag 4 & 5: Albuquerque, New Mexico > Taos, New Mexico

In 30 Tagen von Arizona nach New York

rain 28 °C
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Nach einem wunderbaren Abendessen bei unseren Freunden Kim und Chuck in Albuquerque fahren wir heute über die Nebenstrassen durch die Berge des Rio Grande nach Taos, New Mexico.

Das eindrücklichste Erlebnis waren die Gewitter. Taos liegt auf einer riesigen Hochebene umgeben von Bergen. Wir hatten an beiden Abenden riesige Gewitter mit wolkenbruchartigen Regenfällen. Dazu eine durch die Regenschleier scheinende untergehende Sonne, eine Stimmung wie in einem Science Fiction Film. Am zweiten Abend wollen wir auf das Pow Wow des Taos Pueblo gehen. Man kann es sich als eine Art Tanzwettbewerb kombiniert mit einem Wettbewerb für indianische Kostüme vorstellen. Dazu Essen, Kinderbelustigung und alles, was zu einem kleinen Volksfest dazu gehört. Selbst die obligatorischen Schönheitsköniginnen waren anwesend!

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Frierend, etwas nass und trotzdem guter Laune:
Indianische Schönheitsköniginnen im Taos Publo

Ich sitze entspannt auf meinem neuerworbenen Klappstuhl (Wal*Mart, $5,65, Made in China) und verspeise hungrig mein indianisches Taco. Plötzlich tippt mir ein älterer Indianer (politisch korrekt: Native American) auf die Schulter: „Could you please eat your taco much slower, you are making me nervous. And when I am nervous I can not play the drum!“ Sprachs und verzog keine Miene. Ich gab mit gleicher Münze zurück. „Ok, fine, but please do not take my scalp!“ Verdutztes Gesicht, dann Gelächter auf beiden Seiten. So ging es uns bei allen Begegnungen mit Indianern in den nächsten Stunden, es gab viele dumme Sprüche und einen sehr deftigen Humor. Ich mochte es!

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Frühstück im Organic Bakery Shop in Taos, viele wilde
Geschichten aus dem Leben von Tuc, einem Tänzer des Pow Wow.

Das Pow Wow endete leider, noch bevor es richtig begonnen hatte, in einem weiteren gigantischen Wolkenbruch mit sofortiger Flucht aller Beteiligten. Wie gern hätte ich Trommeln und Tänzer echt und live bei einem indianischen Fest erlebt! Es wäre die Krönung aller meiner Abenteuer als Winnetou in Kindertagen gewesen. Wirklich schade.

Am Morgen vor dem Wolkenbruch sind wir ausgiebig durch die Galerien des Ortes gezogen. Das Angebot an grossformatigem Über-dem-Sofa-Öl war ebenso umfangreich wie nichtssagend. Technisch sehr gut, inhaltlich sehr leer. Am besten gefiel uns in einer Galerie mit besonders großen Schinken eine nachgebaute Wohnzimmerecke mit Sofa, Beleuchtung und einen Stück Wohnwand zum Probehängen der Bilder. Hammerhart!

Wir sind dann in zwei kleineren Galerien mit indianischer Kunst, die sich aus religiösen und kultischen Gegenständen sowie einfachen Gebrauchsgegenständen zu einem wirklich hohen Niveau entwickelt hat, fündig geworden. Die Tonfigur eines Pueblo Tänzers ($850) sowie ein ca. 20cm hoher Tonkrug ($4’500) hatten es mir besonders angetan. Leider fehlte das nötige Cash. Exquisite Arbeiten mit einer unheimlich intensiven Ausstrahlung.

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Indianische Gebrauchskunst aus dem Taos Pueblo

Der Tonkrug stammt von einer älteren Indianerin, sie trägt das zweifarbige Muster mit einem weichgekauten Agavenstück freihändig ohne Schablone auf den weißen Ton auf. Das Muster ist NICHT vorgezeichnet und paßt am Ende auf dem ganzen Krug nahtlos und fehlerfrei ineinander. Albrecht Dürer und seine Kupferstiche lassen grüssen.

Posted by Orionman 21:15 Archived in USA Tagged family_travel

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