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Tag 3: Sedona, Arizona > Albuquerque, New Mexico

In 30 Tagen von Arizona nach New York

sunny 28 °C
View US Trip Sommer 2007 on Orionman's travel map.

Nach der traumhaften Landschaft der Sedona Red Rocks geht es heute durch den wunderschön grünen und kühlen Oak Creek Canyon in Richtung Flagstaff. Dort treffen wir auf die alte Route 66, die bereits 1930 von Chicago nach Los Angeles führte und heute nur noch in den Hippie-Mythen der 70er Jahre und einigen Road Movies existiert. Ein paar heruntergekommene Motels versuchen noch immer, aus dem Mythos ein Geschäft zu machen, aber die Parkplätze sind leer und der Asphalt brüchig, die einst wunderschönen Neonreklamen meist defekt und die grossen geschwungenen Schilder verrostet. Marilyn Monroe ist tot, die Zeit der Strassenkreuzer vorbei. Interessanterweise wurde die Route 66 in Jahr 1985 offiziell vom US Highway System gestrichen. Time goes on!

Unglaubliche lange Eisenbahnzüge der BNSF Santa Fe Railway, gezogen von 3 oder 4 rauchenden Diesellokomotiven ziehen langsam durch die flache, heisse und nur von Sträuchern und Kakteen bewachsene Landschaft. Die Frachtcontainer sind doppelstöckig geladen, die Züge sehen wie gigantische Würmer aus. Auf Wikipedia erfahre ich, dass die Gesellschaft 6’300 Lokomotiven und 220'000 Frachtwagen betreibt und über 40'000 Angestellte hat. Alles ist gross in diesem Land.

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Die billigen Produkte, die China Shipping in Massen bringt, werden der
amerikanischen Wirtschaft noch grosse Probleme machen

Apropos gross: Mir fällt in der Kommunikation mit Amerikanern immer wieder auf, wie gerne Superlative benutzt werden. Die Zurückhaltung, die besonders uns Schweizern eigen ist, ist hier fehl am Platze. „Great“, der US-Standardbegriff der Zustimmung, in jeder Diskussion und in jedem Shop 20x gehört, heisst ja schlicht übersetzt „gross“. Ich denke, dies ist die Grundhaltung aller Amerikaner. Was immer sie tun, denken oder wollen, es ist „Great!“ Und der kindliche Enthusiasmus, mit dem das Wort ausgesprochen wird, ist immer wieder faszinierend.

2 Stunden später stehen wir am Rand des „Grössten Meteorkraters der Welt!“ Er ist wirklich gross. Und die Meteore haben ja auch ne Menge Platz, um in diesen Einöden einzuschlagen. Genauso wie die Ufos in Roswell. Solche Sachen passieren nie in Italien! Wozu auch, dort gibt es wesentlich Besseres zu tun, als in glühender Hitze am Rand eines gigantischen Lochs in der Erde über Meteore und ihre Folgen zu staunen. Wir fuhren beeindruckt weiter durch die Einöde.

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Wissenschaftler habe es lange abgelehnt die Theorie eines Meteoriteinschlages als Ursache für diesen Krater zu akzeptieren

Weniger beeindruckt waren wir in Gallup, eine Autostunde weiter. Der Versuch, ein Restaurant mit essbarem Essen aufzutreiben, war vergebliche Mühe und endete bei einem Hot Dog an einer Highway Gas Station. War auch fettig und schlecht, aber wenigstens billig. Dabei fallen mir wieder die unasphaltierten Strassen in Cottonwood ein. Ich stelle fest, dass auch Essen in den USA etwas mit dem Einkommen zu tun hat. Hast Du kein Geld, wirst Du zwar satt, und zwar immer, sofort und überall. Aber auf eine sehr ungesunde Art und Weise. Das amerikanische Prinzip der sofortigen, unreflektierten Bedürfnisbefriedigung macht mich sehr nachdenklich.

Posted by Orionman 18:20 Archived in USA Tagged family_travel

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