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Tag 2: Phoenix, Arizona > Sedona, Arizona

In 30 Tagen von Arizona nach New York

sunny 26 °C
View US Trip Sommer 2007 on Orionman's travel map.

Erstaunlich, wie sehr der Verkehr in Richtung Sedona zugenommen hat. 1999, als ich eine halbes Jahr in Sedona gelebt habe, gab es ab und an mal einen Truck und ein paar Pickups. Heute ist es richtig busy geworden. Der kleine Highway zwischen Cottonwood und Sedona ist mittlerweile vierspurig ausgebaut.

Auf die US Highway Police ist immer noch Verlass. Sie gibt sich weiterhin viel Mühe, mit dem Abkassieren von Temposündern die Staatskasse aufzubessern – ein sicheres Geschäft. Vor mir ein Truck mit 50, wo er 35 fahren sollte. Erwischt. Die Weihnachtsbeleuchtung geht an, hinterher, kassieren.

Wir wollen bei Mona frühstücken. Mona gibt es nicht mehr. Also weiter zu Sedona Coffee Roasters. Bevor Howard Schultz mit Starbucks die Welt beglückte, waren solche kleinen, unabhängigen Cafes mit eigener Hausrösterei die Seele der amerikanischen Kaffeekultur.

Ich fühle mich in die 80er zurückversetzt. Design und Lifestyle ist an Sedona Coffee Roasters spurlos vorüber gegangen. Die neuen Besitzer, ein Ehepaar aus dem Norden, haben alles unverändert gelassen. Das immer gleiche Chaos aus alten PCs, abgewetzten aber bequemen Sesseln, heruntergekommenen Holztischen und vollgestopfter Theke scheint sich bewährt zu haben. Mir fällt auf, dass junges Publikum fehlt. Der Cappuccino ist gut, Sophie liebt ihren cinnamon raisin bagel with cream cheese. Wenn die unabhängigen Coffeeshops der USA den Schritt in das 21. Jahrhundert des Designs, des Services und der neuen Snacks nicht vollziehen, sterben sie mit ihrem Stammpublikum zusammen aus.

Wir ziehen durch die Galerien des Ortes, das Angebot ist exquisit, die Preise hoch. Vor allem grossformatige Bilder scheinen nicht nach Marktwert des Künstlers sondern nach Grösse berechnet zu werden. Mir fällt auf, dass vor allem die Native American Art deutlich in der Qualität zugelegt hat. Leider auch im Preis. Dann drei Stunden Smalltalk im italienischen Spezialitätengeschäft A’Roma, der neusten erfolgreichen Gründung von Lisa Dahl und Andrea DiLuca, unsere langjährigen Freunde. Wir unterhalten uns angeregt mit den beiden Frauen hinter der Theke. Die Jüngere hat Wurzeln in Japan, der Schweiz, Irland, Schottland, Cherokee und Navajo. Was für eine Mischung! Sie ist schnell im Kopf, sehr charmant und aufgeschlossen. Das Publikum geht quer durch, vom Millionär im Ruhestand bis zur Mitarbeiterin des Immobilienbüros von Nebenan geniessen alle das hervorragende Angebot an kleinen Speisen und tollen Snacks. Lisa und Andrea arbeiten hart und sind erfolgreich. Freizeit? Vergiss es!

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Andy und Lisa, seit vielen Jahren gute Freunde

Und wieder erleben wir viel Freundlichkeit und Offenheit, die Menschen sind interessiert und neugierig. Sie erzählen auch gern von sich, ihren Ideen und Plänen. Keine Scheu vor Fremden.

Dann fahren wir nach Cottonwood, Sophie will, dass ich durch den armen Teil des Ortes fahre. Sie ist erstaunt, wie wenige 100 Meter neben der gepflegten Hauptstrasse nicht einmal die Strassen asphaltiert sind. Amerika funktioniert heute mehr denn je nach einem einfachen Prinzip: Hilf Dir selbst!

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Ich finde interessant, das jeder Briefkasten auf einem anderen Pfeiler
befestigt ist. Ein Manifest des amerikanischen Individualismus.

Die Regierung ist mit den grossen Aufgaben beschäftigt, die Strassen sind Sache derjenigen, die sie brauchen und einfordern. Bist Du arm in Amerika, hast Du wirklich keine Rechte. Und schon gar keine asphaltierte Strasse vor deinem Haus.

Posted by Orionman 19:28 Archived in USA Tagged family_travel

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Comments

Hallo, bin durch Zufall auf deinen Blog gestoßen:) Sehr schön geschrieben. Werd eure Reise wohl noch länger mitverfolgen.

Have a nice trip!

Viele liebe Grüße aus Seattle

Jeanie

by Pinky

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