A Travellerspoint blog

Tag 16 - 19: Atlanta, Georgia > Chapin, South Carolina

In 30 Tagen von Arizona nach New York

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View US Trip Sommer 2007 on Orionman's travel map.

Die Zwillingsschwester meiner Mutter lebt seit 1958 in den USA. Sie lebt mit ihrem Mann nunmehr 6 Jahre in South Carolina, dem sog. Bible Belt der USA. Sie sind konservative Republikaner und Sophie wurde zum ersten Mal mit der Position konfrontiert, die sie sehr ablehnt: Die der Regierung Bush.

Ich habe mich, seit ich diesen Blog schreibe, immer um Neutralität gegenüber Menschen, Ideen, Lebensweisen und Orten bemüht. Ich werde es auch hier versuchen, obwohl ich viele Positionen meiner Tante nicht teile.

Die USA als EIN Land anzusehen, so wie wir die Schweiz als ein Land mit gemeinsamen Werten, einer von der Mehrheit der Wähler gewählten Regierung und einem weitgehenden „common sense“ ansehen, ist nicht richtig. Die USA sind zuerst einmal eine zufällige Mischung von Menschen, die in dem Land ihrer Geburt nicht mehr leben wollten oder konnten und Freiheit suchten. Die fanden und finden sie immer noch in den USA. Es ist zuerst einmal die Freiheit, so zu leben, wie sie es sich vorstellen. Daher sind sie zumeist sehr auf sich selbst konzentriert und finden, sie sind der Nabel des Planeten. Kein Wunder, das Land ist riiiiiiesig.

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Jeder weiss, das dies die durchschnittlichsten Hot Dogs der Welt sind. Aber es klingt doch klasse, oder?!

Die unglaubliche Weite des Landes ist die Basis für diese Freiheit. Dazu kommt eine Verfassung, die dem Streben nach persönlichem Glück einen hohen Stellenwert einräumt. Wir wissen alle, dass nicht jeder sein Glück findet, viele scheitern. Das trifft auf fast alle Länder zu. Aber allein die Anwesenheit der vielen jungen Menschen aus dem ehemaligen Ostblock zeigt mir, dass die Grundidee der USA immer noch sehr attraktiv ist.

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Weniger Staat, weniger Regeln, mehr Freiheit, mehr Spass,
mehr Platz, mehr Selbstverantwortung

Kommen wir zurück zu meiner Tante. Sie lebt in den USA, weil sie hier die vollständige Freiheit hat, so zu leben, wie sie es möchte. Kommen wir gleich zum damit verbundenen Problem: Sie findet, dass auch ALLE anderen Menschen so leben sollten, denn das ist es, was sie in der Bibel findet und was sie fest glaubt. Also sieht sie es als ihre Aufgabe an, alle anderen Menschen auf den „rechten Weg“ zu führen. Ich möchte ihr wirklich nicht Unrecht tun, aber genau diese christliche Sichtweise der Welt als einen Ort, der im rechten Glauben missioniert werden muß, hat uns in den letzten 1200 Jahren eine Menge Tote und eine noch größere Menge Ärger beschert. Leider dauert das Sterben im Namen des richtigen Glaubens und der gerechten Sache an.

Sophie hat sich sehr darüber gewundert, wir sehr die konservativen Christen Freiheiten haben, die sie in Europa nicht haben würden. Die meisten dieser Familien schicken ihre Kinder nicht auf eine staatliche Schule, sondern unterrichten sie zu Hause. Es wird „home schooling“ genannt. Interessanterweise können sie nach eigenen Curricula unterrichten, der amerikanischen Regierung ist es schlicht völlig wurscht, was als Ergebnis herauskommt. Da die USA kein Sozialstaat sind, müssen sie sich auch nicht um Probleme kümmern, die aus einer schlechten Schulbildung resultieren. Wobei man fairerweise sagen muß, dass die Familien ein großes Interesse dran haben, die Kinder so zu unterrichten, dass sie später beruflich erfolgreich und unabhängig sind, und das scheint auch zu funktionieren. Was ebenso funktioniert, ist die vollständig religiöse Erziehung. Sie gehen in keine öffentliche Schule, sie sehen christliches TV, sie haben fast nur Kontakt zu Kindern, die ebenfalls christlich erzogen werden, sie hören christliche Rockmusik und spielen christliche Computerspiele. Sie lesen christliche Bücher und hören christliches Radio. Wo bitte, und ich finde diese Frage durchaus berechtigt, unterscheidet sich das hier groß von der Indoktrination in Koranschulen?! Erst in der Universität werden sie, mehr als gefestigt im rechten Glauben, mit anderen Werten und Ideen konfrontiert.

Ich fühle mich nicht wohl bei dem Gedanken, dass diese Gruppen noch mehr Einfluß bekommen. Die USA ist trotz allem und immer noch und gerade jetzt ein freies Land. Das ist gut so.

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Die Amerikaner lieben ihre Fahne. Sie symbolisiert die Freiheit UND das Recht auf Glück.
Selten sieht man eine, die eingerissen ist! Ein schlechtes Zeichen?

Posted by Orionman 11:17 Archived in USA Tagged family_travel

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